Willkommen in Bamberg

Domstadt, Bierstadt, Gärtnerstadt, Weltkulturerbestadt Bamberg

Das Fränkische Rom, wie Bamberg häufig auch bezeichnet wird, ist mit rund 80.000 Einwohnern die größte Stadt im Regierungsbezirk Oberfranken und ist, wie die italienische Metropole Rom, auf sieben Hügel erbaut. 1993 wurde die Altstadt von Bamberg dank ihrer architektonischen, kulturellen und urbanen Vielfalt als Weltkulturerbe von der UNESCO ausgezeichnet.

Doch was macht Bamberg so beliebt, dass es allein 8 Millionen Tagesbesucher im Jahr aus aller Herren Länder nach Bamberg zieht und Bamberg regelmäßig in den Listen der schönsten Städte Europas auftaucht?

Spricht man über Bamberg, so werden im gleichen Atemzug das Alte Rathaus, das Schlenkerla, Klein Venedig oder der Bamberger Dom genannt. In der Tat besitzt Bamberg, das von Kriegen und Zerstörungen weitestgehend verschont geblieben ist, einen der größten noch erhaltenen Altstadtkerne in Europa. Doch Bamberg ist mehr, ja sogar viel mehr. Bamberg ist eine einzigartige Symbiose aus Geschichte zum Anfassen, gelebter fränkischer Kultur und lebendigem Traditionsbewusstsein.

Weltkulturerbestadt Bamberg

Die Ernennung der Bamberger Altstadt zum Welterbe durch die UNESCO im Jahr 1993 liegt maßgeblich in ihrer Beispielhaftigkeit begründet. Sie veranschaulicht auf eindrucksvolle Art und Weise die Entwicklung einer mitteleuropäischen Stadt auf ihren frühmittelalterlichen Grundstrukturen.

Wie kaum eine zweite Stadt in Mitteleuropa vereint die Bamberg Altstadt heute monumentale Bauten unterschiedlichster Stilepochen, Kirchen und Klöster, repräsentative Bürgerhäuser aber auch innerstädtische Anbau- und Gartenflächen in einem beeindruckenden Gesamtensemble.

Domstadt Bamberg

Unzählige Kirchen und Klöster prägen das Stadtbild von Bamberg und sind bei der Anreise nach Bamberg teilweise schon von weiten her zu erkennen. Bamberg ist Erzdiözese und Sitz des Erzbischofs (Ludwig Schick), im Bamberger Dialekt scherzhaft nur "Erdbeerschorsch" genannt. Die Gebiete der Diözese Bamberg umfassen heute weite Teile Ober- , Mittel- und Unterfrankens und ist damit die größte Diözese in Bayern.

Die Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 geht auf Kaiser Heinrich II. (973-1024) zurück, der noch im selben Jahr ersten Bamberger Dom erbauen ließ. Dieser sollte im Laufe der Geschichte gleich zwei Feuerkatastrophen zum Opfer fallen. Der heutig Bamberger Dom, der mit seinen vier Türmen hoch über der Altstadt von Bamberg thront und die Stadtansicht maßgeblich prägt, stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Die Grenzen zwischen geistlicher und weltlicher Macht waren über Jahrhunderte hinweg oft fließend. So wurden bis zur Zeit der Säkularisation zahlreiche Prunkbauten von den Bamberger Fürstbischöfen in Auftrag gegeben, die als Wohnsitz aber auch zur Verwaltung weltlicher Aufgaben dienten.

Bierstadt Bamberg

Bei einem Besuch in Bamberg darf der Besuch einer der ansässigen Brauerei nicht fehlen. Von Lager über Weizen bis hin zum weltweit bekannten Bamberger Rauchbier, die Sortenvielfalt ist einzigartig.

Die Anfänge der Brautradition in Bamberg gehen dabei zurück auf das Jahr 1093. Hier findet sich die erste urkundliche Erwähnung über die Vergabe des Braurechts an das Benediktinerkloster am Michaelsberg durch Bischof Otto I.. Zur Blütezeit der Bierkultur zählte man Anfang des 19. Jahrhunderts allein 60 Brauereien im Bamberger Stadtgebiet - bei lediglich 20.000 Einwohnern.

Wie in keiner zweiten Stadt in Deutschland hat sich die jahrhundertealte Tradition des Bierbrauens erhalten und ist noch heute in Bamberg allgegenwärtig. Derzeit findet man im Stadtgebiet noch 12 Brauereien verschiedenster Größe, weitere sind bereits in der Entstehung oder Planung. Im Bamberger Umland sind es rund 90 weitere Brauereien, wodurch die Region Bamberg die höchste Brauereidichte der Welt aufweist.

Warum man in Bamberg auf den Keller geht, was mit dem Bamberger Bierkrieg auf sich hat und wie das Bier damals ohne Elektrizität gekühlt wurde, das erfahrt Ihr in der historischen Tour "Bamberger Braustätten gestern und heute" in unserer visit Bamberg App.

Gärtnerstadt Bamberg

Die Geschichte des Gartenbaus in der Bamberger Gärtnerstadt lässt sich bis zum Ende des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen. Während die Garten- und Anbauflächen in den meisten Städten dem Bedarf an Siedlungsraum weichen mussten, sind in der Bamberger Gärtnerstadt eine Vielzahl von mittelalterlichen Hausgärten im Kern bis heute erhalten und sichtbar geblieben.

Da solche Hausgärten inmitten urbaner Siedlungen in Mitteleuropa heute kaum noch zu finden sind, trägt die Bamberger Gärtnerstadt einen erheblichen Teil zur Ernennung der Bamberger Altstadt zum Weltkulturerbe durch die UNESCO im Jahr 1993 bei.

Die Zwiebeltreter

Der Name Zwiebeltreter, wie die Bamberger scherzhaft auch oftmals genannt werden, stammt von der damals bei der Feldarbeit gängigen Methode, das aus der Erde hervorspritzende Grün der Zwiebeln mit an den Füßen befestigten Holzbrettern niederzutreten. Dadurch werden die Nährstoffe allein in die Knolle transportiert und die Zwiebel erhält somit die komplette Wachstumsenergie.

Die in ihrer Form an eine Birne erinnernde Bamberger Zwiebel wurde bereits im 17. Jahrhundert zu einem echten Exportschlager. Sie wurde überregional auf den Märkten der großen Handelszentren wie Nürnberg oder Würzburg feil geboten und erfreute sich sogar in Adelskreisen großer Beliebtheit.

Bamberger Süßholz

Eines der wichtigsten Erzeugnisse der Bamberger Gärtnerstadt war die Süßholzwurzel, die im 12. Jahrhundert aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa gelangte. Die erste schriftliche Erwähnung in Bamberg geht ins Jahr 1563 zurück und tauchte fortan in nahezu allen Beschreibungen der Stadt auf.

Dass die Zunft der Bamberger Gärtner das Ausgraben als zentrale Aufgabe in die Meisterprüfung aufgenommen hatten, zeigt die der Kultivierung dieser Pflanze für Bamberg.

Was letztendlich dazu führte, dass das Bamberger Süßholz zu einem der bedeutendsten Produkte der Bamberger Gärtnerei und zu einem der wichtigsten Exporte Bambergs überhaupt wurde, ist bis heute weitgehend ungeklärt. Fest steht, dass das Bamberger Süßholz laut historischen Schriften und Überlieferungen traditionell als Heilmittel zur Behandlung von Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Husten aber auch zur Beimischung von Tee als Geschmacksverbesserer eingesetzt wurde.

Die wohl bekannteste Verwendung der Süßholzwurzel ist die Herstellung von Lakritze, die als Grundlage für die Herstellung vieler Süßwaren dient. Basis hierfür ist das Extrakt der Süßholzwurzel, das durch Auskochen der Wurzel in Wasser und anschließenden Reduktionsvorgängen erzeugt wird.

Universitätsstadt Bamberg

Die Otto-Friedrich-Universität in Bamberg zählt zu den ältesten Universitäten in Bayern. Ihre Wurzeln gehen zurück auf Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg, der am 14. November des Jahres 1647 das damalige Jesuitenkolleg, dessen Räume noch heute an die Kirche St. Martin grenzen und von der Universität genutzt werden, erweitern lies. Aus den beiden Fakultäten Philosophie und Theologie ging die Academia Bambergensis hervor, die nach dem Erhalt der akademischen Privilegien durch Kaiser Ferdinand III. und Papst Innozenz X als Academia Ottonia feierlich eröffnet wurde.

Bamberg als Studentenstadt erfreut sich bei den Studierenden immer größerer Beliebtheit. Dies liegt zum einen darin begründet, dass die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschen Großstädten als relativ niedrig eingestuft werden können, zum anderen aber auch an der Qualität der Ausbildung. Die Universität Bamberg gehört heute zu führenden Universitäten für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Theologie und Psychologie in Deutschland.

Dass man Bamberg als Studentenstadt bezeichnen kann, beweist die stetig wachsende Zahl an Studierenden der Otto-Friedrich-Universität eindrucksvoll. So hat sich diese seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt. Neue Fakultäten und Studienangebote steigern zudem die Attraktivität Bambergs als Studienort. Zwar handelt es sich mit 13.500 Studenten im bundesweiten Vergleich noch immer um eine ehr familiäre Universität, setzt man diese Zahl aber in Verhältnis zu den rund 80.000 Einwohnern, so wird schnell klar, dass das Stadtbild immer mehr durch die Studenten geprägt wird, wodurch nicht zuletzt auch die ansässige Gastronomie profitiert. So sprießen Szenekneipen, Gaststätten und Lokale wie Pilze aus dem Boden und sorgen so für eine kulturelle und kulinarische Vielfalt, wie sie sonst nur in Großstädten anzutreffen ist.